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Gründe zu bleiben: Als Führungsvorbild zu langfristiger Mitarbeiterbindung beitragen

Gerade einmal 17% der Arbeitnehmer haben eine emotionale Bindung zu ihrem Arbeitgeber. So ist es nicht verwunderlich, dass nach der neuesten Gallup Studie 83% offen für einen Arbeitgeberwechsel sind.

Einer der wichtigsten Gründe dafür ist, dass über 50% der Führungskräfte in Deutschland in eine Führungsposition befördert worden sind, ohne eine ausreichende Schulung erhalten zu haben oder ihnen Führungskompetenzen fehlen. Eine der bewährten Führungskompetenzen ist es, Führung zu leben und Vorbild zu sein. In jedem Unternehmen sind Vorbilder wichtig für das Vorleben der Unternehmenskultur. Mitarbeiter*innen orientieren sich an ihren Führungskräften und richten ihr Handeln an den gelebten Werten aus.

Ihre Rolle als Führungskraft

Mitarbeiter orientieren sich am Verhalten ihrer Vorgesetzten – sowohl an gutem als auch an schlechtem Verhalten. Sie nehmen wahr, bewerten, schließen sich an oder handeln dagegen. Führungskräfte geben nicht nur mit dem, was sie tun, Orientierung, sondern auch damit, wie sie es tun. Daher sollten Sie sich bewusst sein, dass Sie als Führungskraft Vorbild für Erscheinungsbild, Einstellungen, Haltungen, Umgangsformen, Handlungen im Alltag und in außergewöhnlichen Situationen darstellen.

Als Führungskraft haben Sie maßgeblichen Einfluss darauf, wie stark Ihre Mitarbeiter an das Unternehmen gebunden werden.

Denn Mitarbeiter wollen einen Vorgesetzten, der auf der einen Seite die Richtung und Perspektive vorgibt, sich aber auf der anderen Seite selbst genauso an Spielregeln und Abmachungen hält, wie er es von seinen Mitarbeitern erwartet. Ein Chef, der sich nach dem Motto Wasser predigen und Wein trinken verhält, wird von seinen Mitarbeitern als unglaubwürdig wahrgenommen und wenig akzeptiert.

Mangelnde Führungsqualitäten führen zu Demotivation der Mitarbeiter

Wenn eine Führungsfunktion nicht oder nur unzureichend besetzt ist, macht sich das bei den Mitarbeitern schnell durch Demotivation, Desinteresse, Resignation, Dienst nach Vorschrift oder im extremsten Fall Kündigung bemerkbar. Aktuelle Untersuchungen besagen, dass Mitarbeiter selten die Firma verlassen, sondern meist ihre Vorgesetzten. Erfolgreiche Führung und Mitarbeiterbindung stehen in direktem Zusammenhang.
Wie gut oder schlecht das Team zusammenarbeitet, liegt also am Vorbild an der Spitze.

Warum ist gute Führung bedeutend für die Motivation Ihrer Mitarbeiter?

  1. Gute Führung sorgt für Halt und Struktur in der Organisation. Denn wer seinen Platz im Team und seine Verantwortungsbereiche kennt, arbeitet motivierter.
  2. Motivierte Mitarbeiter sind leistungsfähiger und tragen zu dem Erfolg des ganzen Teams bei. Ein motivierter Mitarbeiter macht immer mehr, als er muss.
  3. Motivierte Mitarbeiter:innen bleiben länger im Unternehmen, da die Wechselbereitschaft gering ist und die Bindung gestärkt wird.
  4. Die Qualität der Führungskräfte hat Einfluss auf das Betriebsklima.
  5. Gute Führung stellt einen entscheidenden Wettbewerbsfaktor und einen zentralen Einflussfaktor für den Unternehmenserfolg dar.
  6. Menschen lernen nicht nur aus eigener Erfahrung, sondern auch durch Beobachtung. Als Führungskraft formen Sie das Verhalten Ihrer Mitarbeiter. Sie dienen dabei als positives Beispiel, dass Ziele grundsätzlich erreichbar sind.
  7. Als gute Führungskraft stoßen Sie Innovationen und Veränderungen an.
Führung leben - Skillgainer

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Schlechte Führung ist der häufigste Kündigungsgrund

Probleme mit dem eigenen Manager bzw. der Managerin werden von jedem Zweiten als Grund für die Kündigung genannt. Laut des Gallup Reports 2021 sollen sogar 70% der Faktoren, die zu einer beruflichen Unzufriedenheit beitragen, direkt mit der Führungskraft zusammenhängen.

Gallup Reports 2021

Vor allem durch den Ausbruch der Pandemie haben sich die Anforderungen an die Führungskräfte verändert. In einer New Work Studie wurde deutlich, dass für 59% der Befragten ein gutes Führungsverhalten ausschlaggebend für die Arbeitgeber-Attraktivität ist. Nicht ohne Grund kündigen rund 28% aufgrund von falschem oder schlechtem Führungsverhalten.

Studie Kündigungsquote 2022

Anhand dieser Ergebnisse lässt sich deutlich sagen, dass gute Führung eine bedeutende Stellschraube für langfristige Mitarbeiterbindung ist.

Wieso auf Best Practice Methoden zu gelebter Führung als Vorbild setzen?

Anita Bischof ist studierte Wirtschaftsinformatikerin und Mitgeschäftsführerin bei BISCHOFmanagement. Außerdem ist sie als zertifizierter Coach der Steinbeis University und als Consultant tätig. Vor ihrer Selbstständigkeit hatte sie mehrere Jahre verschiedene Führungsrollen inne. Die Kernthemen Ihrer Tätigkeit sind Mitarbeiter-Führung, Optimierung der Zusammenarbeit, Teamentwicklung, Selbstmanagement, Rekrutierung sowie Kommunikation und Moderation von Workshops. Im Coaching und in der Beratung ist es ihr wichtig, die brennenden Probleme zu erfassen und zusammen mit dem Kunden tragfähige Lösungen für die Praxis zu erarbeiten.

Zusammen mit Skillgainer hat sie ihre Best Practice Methode zu Führung leben – Vorbild sein für Sie rezeptartig bereitgestellt.

In drei einfachen Schritten können Sie mit Anita Bischof und Skillgainer lernen, wie Sie Sie Ihr Selbstbild mit dem Fremdbild abgleichen und Führung als Vorbild leben:

Führung leben – Vorbild sein:

So gleichen Sie Ihr Selbstbild und Fremdbild ab

Inhaltsverzeichnis

Führung leben – Vorbild sein

    1. Selbstbild und Fremdbild abgleichen
          1.1. Die offene Befragung
          1.2. Die strukturierte Befragung
    2. Testen Sie sich
    3. Zeigen Sie uns Ihre Erfolge

 

1. Selbstbild und Fremdbild abgleichen

“Ein Beispiel zu geben ist nicht die wichtigste Art, wie man andere beeinflusst. Es ist die einzige!”
Führung hat somit ein bedeutendes Ziel: Vorbild sein.

Albert Schweitzer

Zunächst gleichen Sie Ihr Selbstbild mit dem Fremdbild ab, das andere von Ihnen haben. Im Anschluss ist zu klären, was ein gutes Vorbild aus Mitarbeitersicht ausmacht. Danach bestimmen Sie Ihre Vorbildrolle und formulieren Leitsätze, um diese in die Praxis zu transferieren. Zuletzt werden etwaige Schwierigkeiten bei der Umsetzung thematisiert und passende Lösungen vorgeschlagen.

Finden Sie zunächst heraus, wie Ihre Umgebung Sie wahrnimmt, indem Sie Ihr Umfeld befragen. Wichtig ist dabei, dass die Personen Ihnen ehrliche Antworten geben. Daher empfiehlt es sich, die Befragung anonym durchzuführen.

Sie sollten mindestens fünf, besser zehn oder mehr Personen um Rückmeldung bitten. Fragen Sie in jedem Fall alle Ihre Mitarbeiter nach Feedback. Zusätzlich können Sie Kollegen, Vorgesetzte und Personen aus dem privaten Umfeld fragen.

1.1. Die offene Befragung

Sie bitten die Teilnehmer, die Werte aufzuschreiben, die sie bei Ihnen wahrnehmen.

1.2. Die strukturierte Befragung

Sie geben eine Liste mit Werten vor und die Teilnehmer kreuzen die Werte an, die Sie bei Ihnen erleben und streichen diejenigen, die auf Sie nicht zutreffen. Diese Vorgehensweise erleichtert Ihnen die Vergleichbarkeit der Ergebnisse.

 

Beispiel einer Werte-Liste

Achtsamkeit Fairness
Akzeptanz Fleiß
Anständigkeit Flexibilität
Aufrichtigkeit Freiheit
Ausgeglichenheit Freude
Authentizität Frieden
Begeisterung Geben
Beharrlichkeit Geduld
Bescheidenheit Gelassenheit
Besonnenheit Genauigkeit
Beständigkeit Gerechtigkeit
Dankbarkeit Gesundheit
Demut Gewissenhaftigkeit
Ehrlichkeit Gewaltlosigkeit
Einfühlungsvermögen Glaube
Einsatzbereitschaft Glaubwürdigkeit
Empathie Großzügigkeit
Enthaltsamkeit Güte
Entscheidungskraft Harmonie
Entschlossenheit Herausforderung
Hingabe Pflichtgefühl
Hoffnung Respekt
Humor Rücksichtnahme
Idealismus Ruhm
Inspiration Sanftmut
Integrität Schönheit
Intuition Selbstdisziplin
Klugheit Solidarität
Lebendigkeit Sparsamkeit
Leichtigkeit Standfestigkeit
Liebe Teilen
Liebenswürdigkeit Toleranz
Loslassen Unabhängigkeit
Loyalität Unbestechlichkeit
Mäßigung Unparteilichkeit
Mitgefühl Verantwortlichkeit
Mut Verlässlichkeit
Nächstenliebe Vertrauen
Offenheit Verzeihen
Ordnung Weisheit
Partnerschaft Weitsicht
Achtsamkeit Fairness Hingabe Pflichtgefühl
Akzeptanz Fleiß Hoffnung Respekt
Anständigkeit Flexibilität Humor Rücksichtnahme
Aufrichtigkeit Freiheit Idealismus Ruhm
Ausgeglichenheit Freude Inspiration Sanftmut
Authentizität Frieden Integrität Schönheit
Begeisterung Geben Intuition Selbstdisziplin
Beharrlichkeit Geduld Klugheit Solidarität
Bescheidenheit Gelassenheit Lebendigkeit Sparsamkeit
Besonnenheit Genauigkeit Leichtigkeit Standfestigkeit
Beständigkeit Gerechtigkeit Liebe Teilen
Dankbarkeit Gesundheit Liebenswürdigkeit Toleranz
Demut Gewissenhaftigkeit Loslassen Unabhängigkeit
Ehrlichkeit Gewaltlosigkeit Loyalität Unbestechlichkeit
Einfühlungsvermögen Glaube Mäßigung Unparteilichkeit
Einsatzbereitschaft Glaubwürdigkeit Mitgefühl Verantwortlichkeit
Empathie Großzügigkeit Mut Verlässlichkeit
Enthaltsamkeit Güte Nächstenliebe Vertrauen
Entscheidungskraft Harmonie Offenheit Verzeihen
Entschlossenheit Herausforderung Ordnung Weisheit
Erfüllung Hilfsbereitschaft Partnerschaft Weitsicht

Halten Sie Ihr Selbstbild schriftlich fest

Orientieren Sie sich dafür an der Werte-Liste, auch wenn Sie Ihr Umfeld offen befragt haben. Schauen Sie sich Ihr Selbstbild und die Rückmeldungen aus den Fremdbildern genau an und versuchen Sie dabei, zu einem Gesamtbild zu gelangen.

Bei der Auswertung gilt die Regel, dass die Fremdwahrnehmung näher an der Realität ist als die Selbstwahrnehmung:

  1. Welche genannten Werte werden auch von Ihnen wahrgenommen?
  2. Wie oft werden einzelne Werte genannt?
  3. Ergeben die Rückmeldungen eher ein einheitliches Bild – werden Sie also von den einzelnen Personen gleich wahrgenommen – oder eher ein uneinheitliches Bild? Falls eher uneinheitlich, überlegen Sie sich, was die Ursachen sein könnten.
  4. Überrascht Sie das Fremdbild? Wenn ja, was konkret?
  5. Wie passen Fremdbild und Selbstbild zusammen und wo sind die Unterschiede? Wenn es gravierende Unterschiede zwischen Selbst- und Fremdwahrnehmung gibt, dann sollten Sie sich eine Person Ihres Vertrauens suchen, um Ihre eigene Wahrnehmung zu schärfen.

Richtige Rahmenbedingungen für ehrliche Rückmeldungen

Achten Sie besonders darauf, dass Sie die richtigen Rahmenbedingungen schaffen, um ehrliche Rückmeldungen zu erhalten. Sie haben diesen Schritt erfolgreich gemeistert, wenn Sie einen möglichst hohen Rücklauf bei der Befragung erzielen und die Rückmeldungen unter Berücksichtigung Ihres Selbstbildes interpretiert haben.

 

Wollen Sie wissen, was ein gutes Vorbild aus Mitarbeitersicht ist und wie Sie Ihre Vorbildrolle und Leitsätze bestimmen?

2. Testen Sie sich

Halten Sie Ihr Selbstbild schriftlich fest. Orientieren Sie sich dafür an der Werte-Liste, auch wenn Sie Ihr Umfeld offen befragt haben. Schauen Sie sich Ihr Selbstbild und die Rückmeldungen aus den Fremdbildern genau an und versuchen Sie dabei, zu einem Gesamtbild zu gelangen. Bei der Auswertung gilt die Regel, dass die Fremdwahrnehmung näher an der Realität ist als die Selbstwahrnehmung.

Stellen Sie sich dabei diese drei Fragen:

  1. Welche genannten Werte werden auch von Ihnen wahrgenommen?
  2. Wie oft werden einzelne Werte genannt?
  3. Ergeben die Rückmeldungen eher ein einheitliches Bild – werden Sie also von den einzelnen Personen gleich wahrgenommen – oder eher ein uneinheitliches Bild? Falls eher uneinheitlich, überlegen Sie sich, was die Ursachen sein könnten.

 

3. Zeigen Sie uns Ihre Erfolge

Zeigen Sie uns, wie Sie selbst in der Praxis Führung leben und ein Vorbild sind und vermarkten Sie mit uns diese und andere Erfolge als Autor*in für Skillgainer.

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