2.1. Vorbereitungen treffen

Ein zentraler Erfolgsfaktor für eine bessere Handhabung Ihrer Gefühle im beruflichen Umfeld ist die Erkenntnis, den eigenen Gefühlen nicht hilflos ausgeliefert sein zu müssen, sondern sie beeinflussen zu können. Sie lernen, sich auch in einem schwierigen Umfeld selbst zu motivieren und Situationen weder zu dramatisieren noch zu unterschätzen. Sie lernen in aufbauenden Schritten sich selbst besser zu verstehen, sodass Sie eigene Emotionen bewusst wahrnehmen, nachvollziehen und schließlich ggf. auch relativieren können.

Den richtigen Ort wählen

Ziehen Sie sich für eine Stunde an einen Ort zurück, an dem Sie sich wohlfühlen. Gehen Sie idealerweise an einen für Sie nicht ganz alltäglichen, sympathischen Ort, an dem Sie sich frei und sicher fühlen können. Das kann ein Park oder ein ruhiges Café sein. Wenn Sie in gewohnter Umgebung bleiben, werden Sie wahrscheinlich gewohnte Emotionen und Gedanken pflegen.

Eine noch intensivere Variante wäre es, einen Freund als Coach hinzuzuziehen. Voraussetzung dafür wäre allerdings, dass Ihr Freund oder Ihre Freundin sich zwar um Sie bemüht, gleichzeitig aber in der Lage ist, die Grundregel im Coaching einzuhalten, eine unabhängige und neutrale Sicht einzubringen.

Benutzen Sie in jedem Fall ein Notizbuch und einen Stift, mit dem Sie gern schreiben.

Kernfaktoren vergegenwärtigen

Der „Motor“ Ihres automatisierten Verhaltens ist Ihr Unterbewusstsein in Kombination mit Ihrem Bewusstsein. Ihr Unterbewusstsein bewegt Sie sehr viel stärker, geschätzt zu 80 Prozent, ohne dass Sie es wahrnehmen. Das „Benzin“ für Ihren Motor sind Ihre – oft lange zurückliegenden – Erlebnisse sowie Prägungen und Wertvorstellungen.

  1. Der wichtigste Erfolgsfaktor besteht darin, die Selbsterkenntnis aufzubauen.
  2. Der zweite Erfolgsfaktor besteht darin, die „inneren Autopiloten“ zu finden – jene Kräfte also, die unbewusste Steuerungsfunktionen ausüben.
  3. Und der dritte Erfolgsfaktor lautet, Perspektivenwechsel, d.h. sich selbst die Freiheit einzuräumen, jede beliebige Situation neu zu bewerten und sich zukünftig anders zu verhalten.

Das „Geschenk“, das man sich damit selbst macht, können Sie als logische Folge Ihrer Erkenntnis übrigens auch jedem anderen zugestehen. So zum Beispiel in Meetings, Mitarbeitergesprächen oder Verhandlungen. Auch Kollegen unterliegen unbewussten Steuerungskräften. Spätestens wenn Ihnen dieser Perspektivwechsel gelingt, nehmen Sie eine neue, „achtsamere“ Perspektive ein und fühlen sich freier, Ihr Umfeld ganzheitlicher zu erfassen.