Typische Probleme und Lösungen

Der Erfolg bleibt aus, das schmälert meine Vorbildfunktion.

Inwieweit jemand als Vorbild gewählt wird, hängt immer auch mit dessen Erfolg zusammen. Wenn der Erfolg kurzfristig ausbleibt, dann gilt es die Ursachen zu suchen und an deren Behebung zu arbeiten. Das bedeutet meistens Mehrarbeit, fordert Durchhaltevermögen und größeres Engagement. Achten Sie in dieser Situation besonders auf die Einhaltung der Werte, die Ihnen wichtig sind. Bleiben Sie ehrlich: Geben Sie zu, dass es noch offene Themen gibt, und zeigen Sie, dass Sie daran arbeiten. Wenn der Erfolg langfristig ausbleibt, dann stellen Sie sich folgende Fragen:

  • Was sind die Ursachen für den Misserfolg?
  • Kann ich die Ursachen in vernünftiger Zeit beheben? Bekomme ich oder habe ich dazu die notwendigen Ressourcen (Geld, Zeit, Mitarbeiter etc.) zur Verfügung? Besteht überhaupt eine realistische Chance, in dieser Angelegenheit erfolgreich zu sein?

Wenn keine Chance mehr auf eine erfolgreiche Lösung besteht, dann nehmen Sie eine Neuausrichtung in Angriff. Diese Neuausrichtung ist eine unangenehme Situation – und gerade in diesen Situationen ist die Herausforderung besonders groß, der eigenen Vorbildfunktion gerecht zu werden. Um mit einer Niederlage vorbildlich umzugehen, sollten Sie sich diese zunächst eingestehen. Anschließend versuchen Sie zu verstehen, was schief gelaufen ist. Vermeiden Sie dabei Rechtfertigungen und Schuldzuschreibungen. Fangen Sie besonnen und realistisch neu an.

Meine Werte passen nicht zur Unternehmenskultur.

Welche Konsequenzen sich daraus ergeben, hängt mit dem Ausmaß der Unterschiede zusammen. Bei absoluten Widersprüchen ist die konsequenteste Lösung, dass Sie sich ein anderes Unternehmen suchen, zu dem Sie besser passen. Wenn Sie mit den Differenzen leben können, dann passen Sie Ihre Werte so an die des Unternehmens an, dass die Widersprüche minimiert oder eliminiert werden.

Ich habe bisher in meiner Führungsrolle meine Vorbildfunktion zu wenig beachtet.

Sie waren kein gutes Vorbild und haben es z. B. mit der Pünktlichkeit bei Ihren Terminen nicht allzu genau genommen. Erst als Ihre Mitarbeiter ebenfalls zu spät zu Meetings gekommen sind oder die Bearbeitung ihrer Arbeitsaufträge verspätet abgeliefert haben, ist Ihnen Ihr Einfluss als Vorbild bewusst geworden. Sind Ihnen andere Werte wichtig, als die von Ihnen bisher gelebten, sollten Sie diese Methode anwenden. Informieren Sie zu Beginn allerdings Ihre Mitarbeiter, warum Ihnen Ihre Vorbildrolle und bestimmte Werte nun wichtig sind.

Mein Vorgesetzten-Mitarbeiter Verhältnis ist angespannt.

Wenn es sich hier um einen Einzelfall handelt, dann sollte Ihnen das noch nicht allzu große Sorgen bereiten. Es bedeutet nämlich auf der anderen Seite, dass Sie mit Ihrem Vorgehen und Verhalten überwiegend Unterstützer gewinnen. Eruieren Sie trotzdem so objektiv wie möglich Ihr angespanntes Verhältnis zu diesem Mitarbeiter. Angenommen, der Mitarbeiter ist wenig motiviert, hat viele Fehltage, hält sich nicht an Abmachungen. Dann sollten Sie das nicht einfach akzeptieren, sondern diese Missstände konkret angehen. Führen Sie Einzelgespräche mit dem Mitarbeiter, in denen Sie ihm mitteilen, dass sein mangelndes Engagement und sein Verhalten auffallen und nicht akzeptabel sind. Teilen Sie ihm ebenso Ihre Erwartungen mit. Vereinbaren Sie mit ihm konkrete Abmachungen, die Sie nach gegebener Zeit überprüfen, und führen Sie mit ihm ein Review-Gespräch. Um diesen Mitarbeiter als Unterstützer zu gewinnen, ist es wichtig, in den Gesprächen die Gründe für sein Verhalten zu erfahren.

Mir fehlt die Kraft vorauszugehen.

Wenn Sie zu wenig Energie haben, um Ihr Team zu motivieren, nehmen Sie sich ein paar Tage Auszeit, ohne Telefon, Mails und Tagesgeschäft. Versuchen Sie auszuschlafen. Erholen Sie sich weit weg von Alltag und Trubel. Sie könnten eine Fahrradtour oder eine Wanderung machen, ganz ohne spezielle Aufgaben, einfach nur die Natur wahrnehmen und genießen. Versuchen Sie bewusst abzuschalten. Bevor Sie wieder in den stressigen Arbeitsalltag eintreten, überlegen Sie, was Sie ändern müssen, um mit Ihren Kräften auszukommen:

  • Wer oder was kostet viel Energie?
  • Wo bleibt Ihre Zeit?
  • Was müsste sich ändern?
  • Ist es sinnvoll, gewisse Aufträge zu delegieren?
  • Können Sie sich für manche Aufgaben mehr Zeit nehmen?
  • Überprüfen Sie Ihre Aufgabenliste nach Nutzen und Notwendigkeit. Stellen Sie sich bei jeder Aufgabe die Frage: Was würde passieren, wenn diese Aufgabe nicht gemacht wird? Sortieren Sie dann alles Unwichtige aus.

Können Sie den Aufwand für einzelne Aufgaben reduzieren – weniger Detailarbeit, weniger Aufbereitung, bessere Hilfsmittel oder veränderte Rahmenbedingungen?