2.5. Sozialer IQ – Ergebniskontrolle

Wie werden Ergebnisse greifbar?

Sie werden schnell spüren und auch erkennen, ob Sie Lernfortschritte bei der Selbsterkenntnis und Selbststeuerung machen. Orientieren Sie sich aber bitte nicht an dem, was Sie (noch) nicht können!

Vergleichen Sie stattdessen lieber die negativen oder schwierigen Situationen aus der Vergangenheit mit „frischen“ Situationen, die Ihnen aktuell widerfahren: Sie werden es erleben, dass Sie diese schon jetzt leichter bewältigen, indem Sie Ihre inzwischen nüchternere und zugleich präzisere Interpretationsfähigkeit, die verbesserte Beziehungsqualität und – als Resultat daraus Ihre Gesprächserfolge – bewerten. Mit der folgenden Checkliste können Sie sich überprüfen.

Checkliste zur sozialen Intelligenz:

  • Sind Ihnen Ihre aktuelle Lebenssituation, Ihre Errungenschaften und Ziele klar?
  • Kennen Sie Ihre emotionalen Autopiloten?
  • Bemerken Sie Ihre eigenen Autopiloten, wenn Sie reagieren?
  • Können Sie in schwierigen Situationen bereits innerlich zurücktreten und durchatmen?
  • Können Sie Ihre Emotionen und Impulse an sich beobachten?
  • Können Sie die eigene Handlungsfreiheit aktivieren, bevor Sie emotionsgetrieben reagieren?

Handlungsfreiheit wachrufen – Praxisbeispiel: „Kritik an Ihrer Arbeit“

Eine typische Situation ist die Kritik an Ihrer Arbeit – erteilt durch Kunden, Kollegen oder Vorgesetzte. Die meisten Menschen fühlen sich in dieser Situation ab einem bestimmten, jeweils individuell unterschiedlichen Kritikniveau persönlich angegriffen. Ihr Gegenüber hat dann „einen bestimmten Knopf gedrückt“ und Ihr emotionaler innerer Autopilot bringt Sie dazu, in bislang vorbestimmter Weise zu reagieren: Sie wehren sich durch aggressives Verhalten, Sie werden still, ziehen sich zurück oder reagieren mit Demut oder Sie beginnen sich „um jeden Preis“ zu rechtfertigen.

Eine souveräne Alternative, die Ihnen mehr Handlungsfreiheit gibt, ist es, sich nicht unter Druck setzen zu lassen, das Verhaltensmuster zu durchschauen und in entspannter Weise professionell darauf zu reagieren. Es braucht Training und Methode, sich nicht aus der Fassung und um die Kontrolle bringen zu lassen. Sie brauchen auch Zeit für eine besonnene Reaktion.

Versuchen Sie beim nächsten Mal Folgendes: Verschaffen Sie sich Zeit, indem Sie respektvoll, zugleich aber auch Ihrer Fähigkeiten und Ihres Engagements bewusst, Feedback geben. Antworten Sie mit: „Ich verstehe.“ Fragen Sie dann zurück, warum genau das Arbeitsergebnis nicht gefällt. Nutzen Sie die Zeit für die innere Verarbeitung. Sobald Sie die Emotionen in sich bemerken, unterdrücken Sie den ersten Impuls,  Ihre typische Auto-Reaktion. Stattdessen „rufen“ Sie Ihren „inneren Diplomaten“ zu Hilfe. Wenn Ihnen etwas Hilfreiches einfällt, nutzen Sie es. Wenn nicht, vertagen Sie den Zeitpunkt, indem Sie zum Beispiel antworten: „Ich danke Ihnen für die Kritik und werde darüber nachdenken. In Ordnung?“