2.5.b Die Elemente

Das Element Zeit

Bitte prüfen Sie, welche Bedeutung das Element Zeit bei dem jeweiligen Projekt besitzt. Manche Projekte sind zeitlich sinnvoll skalierbar, manche nicht. Kernfrage: Verschafft die frühere Erreichung des Projektziels einen Vorteil, generiert dieser Zeitgewinn einen Wert? In dem folgenden Beispiel verhält es sich zweifellos so.

Beispiel: Liefertermin-Einhaltung

Anders muss die Zielerreichung im Faktor Zeit bei Projekten skaliert werden, wenn durch die frühere Erreichung des Projektziels keine Wertschöpfung entsteht. Dann lassen Sie die für Zielüberschreitung erzielbaren Punkte entfallen. Bei manchen Projekten ist der Zeitfaktor gar nicht skalierbar: Wenn ein Messestand erst am Tag nach der Veranstaltung fertiggestellt ist, kann man sicher nicht mehr von einem leicht verfehlten Ziel sprechen.

Beispiel: Messestand

Das Element Budget

Widmen Sie sich nun dem Faktor Budget. Durch die Verringerung der für das Projekt benötigten finanziellen Ressourcen wird in der Regel eine Wertschöpfung erzielt. Andersherum ist Wertvernichtung die Folge einer jeden Budgetüberschreitung. Daher ist üblicherweise eine Skalierung über die gesamte Skalierung hinweg möglich.

Beispiel: Kosten des Projekts

Dies gilt auch, falls Sie diese Ecke des Projektmanagement-Dreiecks inhaltlich nicht mit den verwendeten finanziellen, sondern personellen Ressourcen (gemessen bspw. in Personenstunden) füllen.

Das Element Nutzen

Die Messung der Qualität des Projektergebnisses, des Nutzens, erfolgt üblicherweise entweder mithilfe einer Prüfung anhand von zuvor schriftlich festgelegten Kriterien (vgl. 2.3) oder durch Befragung der Nutzergruppe (vgl. 2.4). Bei dem erstgenannten Messverfahren legen Sie im ersten Schritt die Qualitätskriterien für das Projekt fest.

Beispiel: Einführung von Zielvereinbarung, Kriterien

Im ersten Jahr …

  1. führen mehr als 90 Prozent der Führungskräfte Zielvereinbarung richtlinienkonform durch.
  2. reduziert sich die Anzahl unterjähriger Abstimmungsgespräche um mehr als 30 Prozent.
  3. fließen mindestens 200 Maßnahmen als Konkrete Aktions-Pläne (KAP) in eine Datenbank ein.
  4. ist das betriebliche Vorschlagswesen komplett im Zielvereinbarungssystem integriert.
  5. werden alle Business-Ziele der Unternehmensleitung zumindest erreicht.
  6. werden weniger als 2 Prozent der Ziele unterjährig korrigiert.
  7. müssen weniger als 5 Fälle durch die Schlichtungsstelle geklärt werden.

Falls die aufgeführten Kriterien sich bezüglich ihrer Relevanz unterscheiden, nehmen Sie eine Gewichtung vor. Ansonsten können Sie die Messung daran orientieren, wie viele der Kriterien erfüllt wurden. Den denkbaren Ergebnissen ordnen Sie wie auch bei den Elementen Zeit und Ressourcen Punktewerte zu.

Die Alternative hierzu ist die Zielgruppenbefragung. Für das Projekt Einführung von Zielvereinbarung können Sie in Betracht ziehen, die Zufriedenheit der Führungskräfte Ihres Unternehmens nach Ablauf der ersten Zielvereinbarungsperiode zu erheben.

Beispiel: Einführung von Zielvereinbarung, Zielgruppenbefragung

Projektbewertung

Die Punkte bilden die gemeinsame Maßeinheit der drei Elemente des Projektmanagement-Dreiecks. Ihre Summe bildet den Gesamt-Projektziel-Erreichungsgrad zutreffend ab. In dem Beispiel konnten zwischen -6 und +6 Punkten von dem Projektverantwortlichen bzw. dem Projektteam insgesamt erzielt werden.

Falls Sie die Elemente unterschiedlich bewerten möchten, ergänzen Sie Gewichtungsfaktoren. Legen Sie die Wertung fest: 

  • Nutzen dreifach
  • Zeitfaktor einfach 
  • Budget-/Ressourcen-Faktor zweifach

Dann kann der Projektleiter zwischen -12 und +12 Punkten erzielen: -6 bis +6 für Nutzen, -2 bis +2 für Zeit, -4 bis +4 für Budget. Passen Sie nun die Skalierung an.

Umgekehrt gehen Sie vor, wenn Sie keine Zielüberschreitung zulassen. Denn dann verringert sich ja die maximal erreichbare Gesamtpunktzahl.

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