2.3.a Bewertung

Diese Verknüpfungsform ist eine hervorragende Möglichkeit, um Team- und Unternehmensziele zu integrieren.
Denn: Die Anreizwirkung von leistungsorientierter Vergütung für Ziele, deren Erreichungsgrad in hohem Maße von externen Einflüssen abhängt, ist wesentlich geringer als für Ziele, die der Betreffende selbst maßgeblich beeinflussen kann. Je mehr Personen beitragen müssen, um das jeweilige Ziel zu erreichen, desto geringer wird der Einfluss vom einzelnen Mitarbeiter eingeschätzt. Aus diesem Grund sollten alle Führungskräfte beim Zielvereinbarungsgespräch darauf achten, dass der Mitarbeiter Maßnahmen erarbeitet, mit denen er einen Beitrag zum Unternehmensziel leistet. Mithilfe von (Selbst-)Kontrollen stellen Sie sicher, dass er diese im eigenen Interesse und mit Rücksicht auf die leistungsorientierte Vergütung – auch seiner Kollegen – umsetzt.

Prädestiniert erscheint die Hebesatz-Verknüpfung also für den Fall, dass Sie Individualziele mit dem Unternehmensergebnis koppeln möchten. So stellen Sie sicher, dass sich der Unternehmensgewinn über alle Ebenen und Bereiche hinweg auf die leistungsorientierte Vergütung auswirkt. Zugleich sorgen Sie dafür, dass die Belegschaft auf das Entdecken und Ausschöpfen von Kostensenkungs- bzw. Umsatzpotenzialen ausgerichtet ist. 
Unternehmensleitungen haben zudem oft großes Interesse daran, im Falle von finanziellen Schwierigkeiten die gesamten Kosten für die leistungsorientierte Vergütung einzusparen. Bei der additiven Verknüpfung wäre das Unternehmen gezwungen, die Beträge für das Erreichen von individuellen und persönlichen Zielen in voller Höhe auszuschütten. Wenn Sie jedoch wollen, dass die leistungsorientierte Vergütung in diesen Fällen auf null sinkt, müssen Sie den Hebesatz um einen Senkesatz ergänzen.

Sie nutzen mit der Hebe-/Senkesatz-Verknüpfung den Bonus-Malus-Effekt, der potenziell alle Mitarbeiter aktiviert, verstärkt zur Verbesserung des Unternehmensertrags beizutragen. 

Da die individuell erzielte leistungsorientierte Vergütung mit dem Hebe-/Senkesatz-Faktor multipliziert wird, bleibt die relative Besserstellung der Leistungsträger gegenüber Middle- und Low- Performern bei jeder Gewinnsituation erhalten (außer im Fall null). Dies ist enorm wichtig für die intendierte Anreizwirkung und die Bindung der erfolgskritischen Spitzenkräfte an das Unternehmen. 

Abb. 12: Hebe-/Senkesatz; EBITDA = Earnings before Interest, Taxes, Depreciation and Amortization (Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen)

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