2.2 Das Leistungsentgeltsystem konzipieren

Ziel der Projektstufe 2 ist es, das Leistungsentgeltsystem zu erarbeiten und das Rollout vorzubereiten. Vermeiden Sie bitte den fatalsten Einführungsfehler. Er besteht darin, dass sich die Projektleiter im stillen Kämmerlein ein Verfahren ausdenken, sich das Ergebnis von der Unternehmensleitung absegnen lassen und dann stolz mit ihrem Werk vor die Arbeitnehmervertretung und die Belegschaft treten. Was dann kommt, ist zumeist eisiger Gegenwind, Widerstände der Betriebs- oder Personalräte, fehlende Akzeptanz bei Führenden und Mitarbeitern. Wer auf diese Weise vorgeht, wird bei der Einführung von Leistungsentgelt mit hoher Wahrscheinlichkeit scheitern.

Die Erfahrung zeigt, dass Sie die Gestaltung des Leistungsentgeltsystems mit einem Projektteam zusammen bewältigen sollten. Durch die Verlagerung von Teilen der Gestaltungsarbeit an ein Projektteam verläuft die Konzeptionsstufe zweifellos etwas langsamer. Aber Sie machen Betroffene zu Beteiligten und werden die verlorene Zeit durch zügigere Verabschiedung seitens der Betriebsparteien bei Rollout und Umsetzung wieder aufholen. Binden Sie jeden ein, den Sie nicht weglassen dürfen – entweder im Lenkungskreis oder im Projektteam.

Besetzen Sie den Lenkungskreis mit relevanten Geschäftsführungsmitgliedern sowie mit den Leitern des Personalmanagements, des Controllings und von bedeutsamen Einheiten.

Alle jedoch, deren aktive Mitarbeit bei der Konzeption, dem Rollout oder der Umsetzungsbegleitung erforderlich sind, gehören in das Projektteam: Personalmanager, Personalcontroller, Controller, Personal-/Betriebsräte, Führungskräfte und Mitglieder der Zielgruppe. Projektteammitglieder bringen erstens verschiedene Blickwinkel ein und sorgen zweitens im Unternehmen für Akzeptanz gegenüber ihrem System. Nehmen Sie Meinungsmacher auf, selbst wenn diese gegenüber einem Leistungsentgelt kritisch eingestellt sind. Überzeugen müssen Sie sie ohnehin, warum nicht gleich bei der Projektteam-Mitarbeit?

Falls Ihr Unternehmen über einen Betriebsrat verfügt, sollten Sie versuchen, Vorsitzende und Mitglieder dieses Gremiums für die Mitarbeit in dem Projektteam zu gewinnen. Personal- und Betriebsräte sind wichtige Multiplikatoren und Fürsprecher. Beteiligen sie die Räte an der Entscheidungsfindung. Sie verlagern hierdurch Diskussionen, die sonst hinter verschlossenen Betriebsratstüren geführt würden, in die AGs – dorthin, wo für jedes Problem unmittelbar die passende Lösung erarbeitet wird.
Bei dem Kick-Off-Meeting des Projekts, an dem alle Projektbeteiligten teilnehmen, hat sich bewährt, Anlass, Ziele und Erfolgskriterien vom Vorsitzenden bzw. Sprecher der Unternehmensleitung darstellen zu lassen. Hierdurch wird dem Projekt das nötige Gewicht verliehen. Dann legen Sie zusammen mit dem externen Projektleitungskollegen die sach- und menschbezogenen Voraussetzungen für das effiziente Arbeiten im Projektteam. Stellen Sie Anknüpfungspunkte zu dem Fokussierungs-Workshop her, schaffen Sie ein einheitliches Wording, also einheitliche Sprachregelungen, und bieten Sie Hintergrundinformationen.

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