2.2.b Die gefundenen Lösungen bewerten

Zur Bewertung der einzelnen Lösungen gibt es grundsätzlich zwei Ansätze. Im ersten Ansatz lassen Sie die Teilnehmer die Alternativen bewerten. Jeder Teilnehmer hat seine Bewertungskriterien im Kopf und entscheidet sich für die von ihm favorisierte Lösung. Hier bieten sich die 1-Punkt- oder die Mehrpunkt-Methode an. Bei der Mehrpunkt-Methode ist zu empfehlen, höchstens drei Punkte zu vergeben. Die Teilnehmer haben die Wahl, alle drei Punkte für eine Lösung zu verwenden oder ihre Punkte auf mehrere Lösungen aufzuteilen.

 Im zweiten Ansatz bewerten die Teilnehmer die einzelnen Lösungen anhand konkreter Kriterien. Konkrete Kriterien können z. B. finanzieller Aufwand, schnelle Realisierbarkeit oder erwartete Lebensdauer sein. Legen Sie bei dieser Variante die Bewertungskriterien vor der Bewertung, besser noch vor der Lösungssuche, mit der Gruppe fest. Sie können dann entweder jeden Teilnehmer auffordern, einen Punkt für jedes Bewertungskriterium zu vergeben oder der Teilnehmer hat pro Lösung und Bewertungskriterium einen Punkt (z. B. bei drei Lösungen und vier Kriterien zwölf Punkte). Pro Kriterium zu einer Lösung können dann höchstens drei Punkte vergeben werden. So sehen Sie auch, ob eine Lösung noch eine Schwachstelle hat, etwa wenn eine Lösung bei zwei Kriterien absoluter Favorit ist, bei einem Kriterium im Mittelfeld liegt und beim vierten Kriterium schlecht abschneidet. Möglicherweise lässt sich diese Schwachstelle durch Anpassungen, die Sie mit der Gruppe im Anschluss diskutieren, nahezu oder ganz beheben.

Entscheidung für eine Lösung

Ist die Wahl eindeutig, haben Sie eine erste wichtige Etappe geschafft. Schließen Sie die Wahl mit einer Blitzlichtrunde ab, in der die Teilnehmer Stellung zur Entscheidung nehmen. Ist die Wahl nicht eindeutig, sollten Sie die Diskussion für die Auswahl nochmals aufnehmen. Möglicherweise ist es sogar notwendig, dass Sie zur Lösungssuche zurückgehen und die vorhandenen Vorschläge überarbeiten oder einen ganz neuen Vorschlag entwickeln. In einem solchen Fall müssen Sie auch alle anschließenden Schritte bis zur Entscheidung erneut durchlaufen. 

Maßnahmen zur Umsetzung der Lösung formulieren

Bei diesem Schritt werden alle Maßnahmen gesammelt, die die Umsetzung der Lösung erfordert. Als Hilfsmittel nutzen Sie eine To-do-Liste, aus der ersichtlich ist, was zu tun ist, wie die Maßnahme zu tun ist, wer für sie verantwortlich ist und bis wann sie erledigt sein soll. Eine Maßnahme, die bei allen Lösungen in der Liste steht, ist die Überprüfung der Umsetzung. Die To-do-Liste erfüllt dabei mehrere Zwecke: Sie gibt allen Beteiligten einen Überblick über alle notwendigen Maßnahmen. Sie ist für jeden Einzelnen, der für eine Aufgabe verantwortlich ist, eine Art ‚Auftragspapier‘. Außerdem dient sie als ‚Review Paper‘, mit der die Umsetzung der Lösung Maßnahme für Maßnahme überprüft werden kann.

Abschluss

Sind alle Maßnahmen zur Problemlösung gesammelt, verteilt und terminiert, ist die Hauptarbeit der Moderation geschafft. Zum Abschluss stehen noch folgende Aufgaben an:

  • Entscheiden Sie in der Gruppe, was mit den gesammelten offenen Themen im Themenspeicher passieren soll. Oft finden Sie hier Themen, die in Verantwortungsbereiche gehören, die nicht oder nur zum Teil in der Runde vertreten sind. Benennen Sie am besten jemanden aus der Gruppe, der dieses Thema dem Verantwortlichen übergibt.
  • Überprüfen Sie die zu Beginn formulierten Erwartungen: Was wurde (inwieweit) erfüllt und was nicht?
  • Informieren Sie die Teilnehmer, welche Protokollart sie bis wann erhalten werden.
  • Zum Schluss sind dann nochmals die Teilnehmer gefragt, ihr Feedback zum Prozess mitzuteilen. Dabei gibt es verschiedene Möglichkeiten wie zum Beispiel: mit Feedback reihum von jedem Teilnehmer, mithilfe einer 1-Punkt-Frage oder mit einer Kartenabfrage (zwei bis drei Karten pro Teilnehmer). Falls Sie die Feedbackrunde mündlich machen, notieren Sie sich die wichtigsten Punkte für Ihre spätere Auswertung.
  • Bedanken Sie sich und verabschieden Sie alle Teilnehmer.
  • Machen Sie Fotos für das Protokoll.
  • Sammeln Sie das Material ein und räumen Sie auf.

Ziele und Erfolgskriterien dieses Schritts:

Führen Sie als Moderator die Gruppe durch den Prozess. Achten Sie darauf, dass im Rahmen des vorgegebenen Zeitfensters Resultate erarbeitet werden. Geben Sie der Gruppe Zeit für inhaltlich relevante Diskussionen und stoppen Sie die Gespräche, die das Vorankommen behindern. In dieser Phase helfen Ihnen zum einen eine sehr gute Vorbereitung und zum anderen praktische Erfahrungen. Für weniger geübte Moderatoren ist es umso wichtiger in die Vorbereitung zu investieren, damit bei der Durchführung die volle Konzentration bei der Gruppe ist. Sie haben diesen Schritt erfolgreich gemeistert, wenn die gesetzten Ziele des Prozesses erreicht wurden, die Teilnehmer mit dem Ergebnis zufrieden sind und bestätigen, dass der moderierte Problemlösungsprozess der richtige Ansatz war.

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