2.2.a Lösungen suchen

Die Ausgangslage hat die Gruppe in der Problemformulierung beschrieben. Jetzt stehen folgende Fragestellungen im Mittelpunkt:

  • Welche Ideen gibt es zur Problemlösung?
  • Wie soll die Situation aussehen, wenn das Problem gelöst ist?
  • Woran merken die Teilnehmer, dass ihr Problem gelöst ist? Nutzen Sie als Checkliste die fünf Sinne: Was sehen, hören, riechen, fühlen und schmecken sie dann?

Um Antworten auf diese Fragen zu erhalten, fordern Sie die Gruppe auf, in die Zukunft zu schauen. Dazu können Sie verschiedene Kreativitätstechniken nutzen. Im Folgenden finden Sie einige Beispiele:

  • Brainstorming, Brainwriting (6-3-5-Methode), Brainwalking

Bei all diesen Techniken sammeln die Teilnehmer ungefiltert Ideen zu einem Thema. Bei der 6-3-5-Methode produzieren optimal sechs Teilnehmer je drei erste Ideen. Die Ideen werden im Uhrzeigersinn insgesamt fünfmal weitergereicht. Jeder Teilnehmer entwickelt dann fünfmal die drei Ideen bzw. deren Weiterentwicklungen auf dem jeweils erhaltenen Blatt weiter.

  • Mindmapping

Beim Mindmapping schreibt man die Gedanken nicht wie üblich hinter- oder untereinander. Die Teilnehmer nehmen sich ein leeres Blatt und schreiben das Hauptthema in die Mitte. Weitere Schlüsselwörter zum Hauptthema schreiben sie auf Linien, die von der Mitte ausgehen. Dadurch entsteht ein Netzbild der Gedanken, quasi eine Gedankenkarte.

  • Analogiebildung

Man versucht, mithilfe der Lösung eines ähnlichen Problems eine analoge Lösung für das behandelte Problem zu finden.

  • Walt-Disney-Methode

Die Teilnehmer erstellen zu einer Problemlösungsidee eine Tabelle mit drei Spalten: Die erste Spalte ist die des Träumers, die zweite Spalte ist die des Realisten und die dritte Spalte ist die des Kritikers. Nun erfassen sie die einzelnen Aspekte zu ihrer Idee und tragen sie in der entsprechenden Spalte ein. Anschließend überlegen sie, was z. B. der Realist und der Kritiker zu dem Aspekt des Träumers sagen, und feilen so lange an ihrem Lösungsvorschlag, bis alle drei – Träumer, Realist und Kritiker – zufrieden sind.

  • Umkehrmethodik

Das Problem wird dabei in das Gegenteil umformuliert. Hierfür suchen die Teilnehmer eine Lösung und transformieren diese wiederum ins Gegenteil. Das Ergebnis muss dann auf Umsetzbarkeit überprüft werden.

  • Tabula rasa

Wie würde die Lösung aussehen, wenn sie sozusagen auf der grünen Wiese beginnen würden? Die Teilnehmer suchen eine Lösung, ohne dass sie auf bestehende Systeme Rücksicht nehmen müssen. Beispielsweise überlegen sie sich, wie sie den Produktionsablauf gestalten würden, wenn sie eine neue Produktionshalle bauen würden.

  • Biostrategie

Die Biostrategie orientiert sich bei der Lösungsfindung an der Natur. Die Frage an die Teilnehmer lautet: Wie hat die Natur diese Aufgabe gelöst? Geht es z. B. um den Umgang mit knappen Ressourcen im Unternehmen, könnte man sich fragen, wie Pflanzen mit der zeitweise knappen Ressource ‚Wasser‘ umgehen.

Ziel dieses Schritts ist es, Lösungen zum Problem zu suchen und zu finden. Wie viele Alternativen Sie suchen, können Sie im Vorfeld mit der Gruppe vereinbaren oder an die Begebenheiten anpassen. In der Regel wird der Punkt schnell ersichtlich, an dem genügend Alternativen vorliegen.

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