2.1 Ziele additiv verknüpfen

Die additive Verknüpfung stellt die einfachste Verknüpfungsform dar und ist weit verbreitet. Dies ist weniger auf strukturierte Überlegungen zur Gestaltung eines Multizielsystems zurückzuführen, sondern vielmehr auf den Umstand, dass solche Systeme zumeist historisch gewachsen sind. Zu ursprünglich zwei oder drei Zielen kamen Jahr für Jahr weitere hinzu, die einfach an die bestehenden Ziele angehängt wurden.

Stellen Sie bei dieser Verknüpfungsform die Ziele des Mitarbeiters additiv nebeneinander. Dann ordnen Sie den Zielen die Beträge zu, die bei 100-prozentiger Zielerreichung zur Ausschüttung kommen. Im Beispiel (Abb. 1) erhält der Mitarbeiter eine leistungsorientierte Vergütung von insgesamt 2.000 €, sofern er alle Ziele vollständig erreicht.

Abb. 1: Additive Verknüpfung bei 4 Zielen

Ziel 1 und 2 könnten individuelle Ziele sein. Bei einem Vertriebsmitarbeiter definieren Sie als Ziel 1 beispielsweise seinen persönlichen Umsatz in der ihm zugeordneten Vertriebsregion. Als Ziel 2 wäre die Gewährung von möglichst geringen Rabatten gegenüber dem Listenpreis denkbar. Ziel 3 könnte ein Ziel sein, welches er zusammen mit dem ihm zugeordneten Innendienstmitarbeiter verfolgt, etwa die Optimierung der Bestellabläufe oder die Verbesserung der Kundenzufriedenheit. Um dem Mitarbeiter einen Anreiz zu geben, seine Außendienst-Kollegen zu unterstützen, könnten Sie als Ziel 4 ein Teamziel vereinbaren, beispielsweise den Umsatz der übergeordneten Region. 

Bei einem Maschinenführer in der Produktion wären als individuelle Ziele die Erhöhung der von ihm fertiggestellten Teile und die Verminderung des Ausschusses denkbar. Zusammen mit einem Kollegen aus dem Werkzeugbau könnte er bei Ziel 3 daran arbeiten, die Werkzeugkosten zu senken. Die Produktivität der gesamten Schicht wäre als Teamziel 4 vorstellbar: Dies gibt allen Mitarbeitern einen Anreiz, sich beim Umrüsten oder bei ausfallbedingten Stillständen gegenseitig zu helfen.

Wenn Sie für einen anderen Bereich die Verantwortung tragen, setzen Sie einfach vergleichbare Ziele für Ihre Mitarbeiter. Als Führungskraft wissen Sie am besten, welche Ziele Sie mit Ihrem Bereich verfolgen und welche Beiträge die jeweiligen Mitarbeiter hierzu leisten sollen.

Sie können noch weitere Anreize setzen und mehr Ziele additiv verknüpfen. Geben Sie beispielsweise dem Maschinenführer aus dem vorherigen Beispiel 11 Ziele:
Er soll zusätzlich zu den ersten vier Zielen seine Kompetenzen verbessern, damit er an mehreren Maschinen arbeiten kann, um Ihnen mehr Flexibilität bei der Personaleinsatzplanung zu verschaffen (Ziel 5). Daneben soll er auf die Einhaltung von Kalibrierungsintervallen achten (Ziel 6). Die Unternehmensleitung möchte zudem die Senkung der Unfallzahlen (Ziel 7), die Reduzierung der Rohstoffkosten (Ziel 8) und zwei wichtige ökologische Verhaltensaspekte als Ziele 9 und 10 verankern. Außerdem sollen alle Mitarbeiter ein wachsames Auge für weitere Kostensenkungspotenziale entwickeln, Verschwendung erkennen und beseitigen. Aus diesem Grund ist es der Unternehmensleitung besonders wichtig, dass alle Mitarbeiter am erwirtschafteten Gesamtergebnis des Betriebs partizipieren (Ziel 11).

Schnell sind es insgesamt 11 Ziele, die der Mitarbeiter erreichen soll. Mithilfe der leistungsorientierten Vergütung wird ein Anreiz geboten, diese Ziele engagiert zu verfolgen. Indem Sie bei der additiven Verknüpfung Unterscheidungen treffen, bei welchem Ziel welcher Betrag verdient werden kann, machen Sie Gewichtungen deutlich. Damit treffen Sie gegenüber dem Mitarbeiter eine klare Aussage darüber, welches Ziel welche Priorität besitzt. 

Abb. 2: Additive Verknüpfung bei 11 Zielen

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