2.1 Selbstbild und Fremdbild abgleichen

Finden Sie zunächst heraus, wie Ihre Umgebung Sie wahrnimmt, indem Sie Ihr Umfeld befragen.

Wichtig ist dabei, dass die Personen Ihnen ehrliche Antworten geben. Daher empfiehlt es sich, dass Sie die Befragung anonym durchführen.

Sie sollten mindestens fünf, besser zehn oder mehr Personen um Rückmeldung bitten. Fragen Sie in jedem Fall alle Ihre Mitarbeiter nach Feedback. Zusätzlich können Sie Kollegen, Vorgesetzte und Personen aus dem privaten Umfeld fragen.

Für die Befragung haben Sie zwei Möglichkeiten:

  • offene Befragung: Sie bitten die Teilnehmer, die Werte aufzuschreiben, die diese bei Ihnen wahrnehmen.
  • strukturierte Befragung: Sie geben eine Liste mit Werten vor und die Teilnehmer kreuzen die Werte an, die Sie bei Ihnen erleben und streichen diejenigen, die auf Sie nicht zutreffen. Diese Vorgehensweise erleichtert Ihnen die Vergleichbarkeit der Ergebnisse.

Beispiel einer Werte-Liste

AchtsamkeitFairnessHingabePflichtgefühl
AkzeptanzFleißHoffnungRespekt
AnständigkeitFlexibilitätHumorRücksichtnahme
AufrichtigkeitFreiheitIdealismusRuhm
AusgeglichenheitFreudeInspirationSanftmut
AuthentizitätFriedenIntegritätSchönheit
BegeisterungGebenIntuitionSelbstdisziplin
BeharrlichkeitGeduldKlugheitSolidarität
BescheidenheitGelassenheitLebendigkeitSparsamkeit
BesonnenheitGenauigkeitLeichtigkeitStandfestigkeit
BeständigkeitGerechtigkeitLiebeTeilen
DankbarkeitGesundheitLiebenswürdigkeitToleranz
DemutGewissenhaftigkeitLoslassenUnabhängigkeit
EhrlichkeitGewaltlosigkeitLoyalitätUnbestechlichkeit
EinfühlungsvermögenGlaubeMäßigungUnparteilichkeit
EinsatzbereitschaftGlaubwürdigkeitMitgefühlVerantwortlichkeit
EmpathieGroßzügigkeitMutVerlässlichkeit
EnthaltsamkeitGüteNächstenliebeVertrauen
EntscheidungskraftHarmonieOffenheitVerzeihen
EntschlossenheitHerausforderungOrdnungWeisheit
ErfüllungHilfsbereitschaftPartnerschaftWeitsicht

Gleichzeitig halten Sie Ihr Selbstbild schriftlich fest. Orientieren Sie sich dafür an der Werte-Liste, auch wenn Sie Ihr Umfeld offen befragt haben. Schauen Sie sich Ihr Selbstbild und die Rückmeldungen aus den Fremdbildern genau an und versuchen Sie dabei, zu einem Gesamtbild zu gelangen. Bei der Auswertung gilt die Regel, dass die Fremdwahrnehmung näher an der Realität ist als die Selbstwahrnehmung:

  1. Welche genannten Werte werden auch von Ihnen wahrgenommen?
  2. Wie oft werden einzelne Werte genannt?
  3. Ergeben die Rückmeldungen eher ein einheitliches Bild – werden Sie also von den einzelnen Personen gleich wahrgenommen – oder eher ein uneinheitliches Bild? Falls eher uneinheitlich, überlegen Sie sich, was die Ursachen sein könnten.
  4. Überrascht Sie das Fremdbild? Wenn ja, was konkret?

Wie passen Fremdbild und Selbstbild zusammen und wo sind die Unterschiede? Wenn es gravierende Unterschiede zwischen Selbst- und Fremdwahrnehmung gibt, dann sollten Sie sich eine Person Ihres Vertrauens suchen, um Ihre eigene Wahrnehmung zu schärfen.

Achten Sie besonders darauf, dass Sie die richtigen Rahmenbedingungen schaffen, um ehrliche Rückmeldungen zu erhalten. Sie haben diesen Schritt erfolgreich gemeistert, wenn Sie einen möglichst hohen Rücklauf bei der Befragung erzielen und die Rückmeldungen unter Berücksichtigung Ihres Selbstbildes interpretiert haben.