2.1 Erstes Prinzip: Ergebnisorientiert arbeiten

„Wirksames Management“ misst sich einzig und allein an den gelieferten Ergebnissen. Dies gilt sowohl für das Selbstmanagement als auch für das Führen von Menschen. Auf den ersten Blick mag dieses Prinzip banal erscheinen, auf den zweiten Blick fällt es durchaus schwer, es umzusetzen und zu erreichen. Ein Grund dafür mag sein, dass wir eher „inputorientiert“ auf die Welt kommen als „outputorientiert“.

Vielleicht kennen Sie die folgende Situation: Es kommen Kollegen zu Ihnen, die Ihnen ihr Leid klagen, wie viel sie im Büro zu arbeiten haben, wie sehr sie sich täglich abmühen und wie anstrengend ihre Arbeit ist. Das mag natürlich alles stimmen. Wenn Sie sich allerdings dann die Früchte dieser mühevollen und zeitraubenden Büroarbeit bei Tageslicht anschauen, dann stellen Sie fest: Die Früchte sind mickrig und klein. Frei nach einem Zitat des ehemaligen Bundeskanzlers Helmut Kohl gilt also: Entscheidend ist, was hinten rauskommt! Dieses Prinzip richtet das tägliche Handeln auf die Ergebnisse aus, die Sie, Ihr Team oder Ihre Organisation liefern können.

Um klare Erkenntnisse zu gewinnen, durchdenken Sie folgende Leitfragen und notieren Sie Ihre Ergebnisse schriftlich:

  1. Was soll bei jeder Ihrer Aktivitäten als Ergebnis herauskommen? Hier einige Beispiele:
    1. Was ist das Ergebnis der Sitzung, an der Sie teilnehmen? Wurden umsetzbare Entscheidungen getroffen? Wurde die zuständige Gruppe informiert? War Ihnen Ihr Beitrag in dieser Sitzung klar oder wurden Sie ausschließlich aufgrund Ihrer Funktion oder Position eingeladen? Oder handelte es sich um eine Art „soziales Event“, ohne Ansprüche hinsichtlich Konzentration und Ergebnis?
    2. Was soll bei diesem Telefonat herauskommen? Hätten Sie das Telefonat mit dem gleichen Ergebnis schneller erledigen können? Wenn Sie mit gesprächigen Personen telefonieren, die schwerlich auf den Punkt kommen, dann fragen Sie diese zu Beginn des Telefonats: „Was kann ich für Sie tun?“ Mit dieser Frage richten Sie das Telefonat in höflicher Form auf Ergebnisse aus – sowohl bei Ihren Kollegen, bei Ihren Mitarbeitern, bei Ihren Kunden als auch bei Ihrem Chef.
    3. Was möchten Sie mit dieser E-Mail erreichen? Schreiben Sie zu lange (und zeitraubende) Texte? Hätten Sie Ihr Ziel mit einem kurzen Telefonat schneller erreichen können? Geht aus Ihrer E-Mail der Gesamtkontext klar hervor? Erläutert Ihre E-Mail, was Sie vom Empfänger brauchen und um welche Ergebnisse es geht?
    4. Entspricht das Ergebnis dessen, was Sie heute (diese Woche, diesen Monat, dieses Jahr) getan haben, Ihren geplanten (schriftlich festgehaltenen) Zielen? Wenn nein, woran lag das? Haben Sie sich ablenken lassen und das Wichtigste (Ihre Ziele) hinten angestellt? 

Halten Sie nun Maßnahmen und Verhaltensweisen fest, die Ihnen helfen, das Prinzip „Ergebnisorientiertes Arbeiten“ umzusetzen – z. B.: 

  • „Ab sofort definiere ich für jede Sitzung, an der ich teilnehme, welches Ergebnis dabei herauskommen soll.“ 
  • „Ab sofort resümiere ich am Ende jedes Tages zehn Minuten lang, welche Ergebnisse ich erreicht habe.“ 
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